Vertrag für Ihre Gewerbefläche: Diese Optionen haben Sie

Welche Möglichkeiten Ihnen zur Kündigung Ihres Mietvertrages zur Verfügung stehen, hängt von Ihrer Vertragsart ab. Generell gilt jedoch, dass auch Sonderregelungen vertraglich festgehalten sein müssen, damit Sie davon Gebrauch machen können.

 

Bei unbefristeten Mietverträgen, die allerdings eher unüblich sind, können Sie Ihren Mietvertrag unter Einhaltung der gesetzlichen Kündigungsfrist (i.d.R. 6-12 Monate) über eine ordentliche schriftliche Kündigung beenden. 

 

Ein befristeter Vertrag, der keine Verlängerungsklausel enthält, endet hingegen automatisch zum vertraglich festgelegten Zeitpunkt. Wollen Sie den Mietvertrag jedoch früher beenden, haben Sie verschiedene Möglichkeiten.


1. Einvernehmlicher Aufhebungsvertrag

Sie können versuchen, mit Ihrem Vermieter einen Aufhebungsvertrag zu vereinbaren, der Sie früher aus Ihrer Vertragsbindung entlässt. In der Regel wird Ihr Vertrag dann beendet, wenn Ihr Vermieter die Gewerbefläche anderweitig vermieten kann.  

 

2. Sonderkündigungsrecht

Sonderkündigungsrechte sind stark von den Umständen des Einzelfalls abhängig und können nicht pauschalisiert werden. Unter bestimmten Voraussetzungen kann ein Mieter ein Sonderkündigungsrecht erwirken, wenn der Vermieter bspw. die Untervermietung verweigert oder wenn Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen angekündigt werden. Auch die Auflösung eines Unternehmens kann eine Sonderkündigung rechtfertigen. 

 

3. Verhandlung mit dem Vermieter

Sie können versuchen, Ihrem Vermieter Ihre Situation zu erläutern und unter Umständen gewinnbringende Argumente formulieren, die Ihre frühzeitige Entlassung aus dem Mietvertrag für den Vermieter attraktiv gestalten. 

 

Wenn sich der Unternehmensstandort bspw. seit ihrer Vertragsabschließung positiv entwickelt hat und ihr Vermieter einen neuen Vertrag zu besseren Konditionen aushandeln könnte, kann eine Neuvermietung für ihn positiv erscheinen. 

 

4. Untermieter

Wenn Sie sich in Ihrem Mietvertrag ein Recht auf Untervermietung wiederfindet oder kein ausdrücklicher Ausschluss des Rechts auf Untervermietung in Ihrem Vertrag festgehalten wurde, haben Sie die Möglichkeit, Ihrem Vermieter einen geeigneten Untermieter vorzuschlagen. Dabei müssen Sie neben dem Namen und der Branche des Untermieters auch die geplanten Dauer und Höhe der Untermiete an Ihren Vermieter weitergeben. 

 

Insofern dem Vermieter keine sachlichen begründbaren Ursachen zur Ablehnung Ihres Vorschlages vorliegen, haben Sie eine gute Chance, über eine Untermiete früher Ihre Büroräume verlassen zu können.    

5. Nachmieter

Auch die Regelung zur Empfehlung eines Nachmieters muss vertraglich festgehalten sein. Gerade bei längeren Mietverträgen wird der Mieter oftmals dazu berechtigt, seine Vertragsrechte und -pflichten an einen Nachmieter zu übertragen.

 

Auch hier gilt die Regelung, dass der Vermieter bei Vorliegen eines wichtigen Grundes den vorgeschlagenen Nachmieter ablehnen darf.